Warum sich auch Erwachsene wie Kinder bewegen sollen

Kinder haben Spaß, wenn sie spielerisch etwas erlernen. So lernen sie am besten.

Erwachsenen geht es ebenso, aber weil wir erwachsen sind, spielen wir nicht mehr. Das ist sehr schade, denn da geht uns nicht nur der Spaß verloren.

Als ich vor vielen Jahren noch bundesweit als Inline-Skate-Instructor Kurse gegeben habe, bekam ich den Eindruck, dass sich keine Sportart schneller erlernen lässt als Inline-Skaten.

Die Kursmethodik hat regelmäßig absoluten Anfängern in 2:15 Stunden das Rollen, Gleiten, Bremsen und Kurvenfahren beigebracht. Auch Kopfsteinpflasterabschnitte, Bordsteinkanten oder Gulligitter waren kein Problem. Das haben wir überwiegend durch spielerische Übungsformen erreicht.

Modernes Fitnesstraining zwingt uns dazu, unsere eklatant im Alltag fehlende Bewegung künstlich herbeizuführen, um nicht unbeweglich, schwach und krank zu werden.

Doch auch das lässt sich gut spielerisch angehen, besonders, wenn man eher gesundheitsorientiert und nicht gezielt auf Wettkämpfe hin trainiert.

Beim Functional Training Summit in München habe ich dieses Jahr u. a. den Workshop "Funktionelle Bewegungsmuster spielerisch neu erlernen" gegeben.

Ein Redakteur von netzathleten.de hat den ersten Teil meines Workshops gerade veröffentlicht.

Im zweiten Teil habe ich noch spaßigere Übungen, die u. a. mit Partnern durchgeführt werden, vorgestellt. Daraus mache ich vielleicht noch mal ein Video oder so.

Hier ist der Artikel zu lesen:

Spielt wieder! Warum sich auch Erwachsene wie Kinder bewegen sollen.

Turkish Get-up – eine sehr effektive Ganzkörperübung

Die Übung Turkish Get-up (auch „TGU“ oder „Get-up“ genannt) wurde durch Steve Maxwell Anfang des Jahrhunderts wieder in der Fitness-Welt bekannt gemacht. Wie kaum eine andere Übung trainiert sie die Beweglichkeit, Stabilität und Kraft im ganzen Körper gleichzeitig.

Im Functional Training Magazin wurde darüber gerade ein Artikel von mir veröffentlicht (vor dem Lesen ist eventuell eine kostenlose Anmeldung erforderlich):

Turkish Get-up – eine sehr effektive Ganzkörperübung

Wer die genaue Ausführung erlernen möchte, kann dies u. a. durch folgende Angebote erreichen:

– mein neues Buch: Das große Kettlebell-Trainingsbuch

– meine DVD: Einführung ins Kettlebell-Training

– ein Kettlebellseminar von einem der von mir ausgebildeten Instruktoren: Kettlebellseminar für Einsteiger

Das große Kettlebell-Trainingsbuch

"Da ist das Ding!!!!!" lautete die SMS, die ich vom Verleger erhalten habe, zusammen mit einem schönen Foto:

 

Endlich ist es fertig, das wohl umfassendste deutschsprachige Werk über das Training mit Kettlebells. Wir haben fast alles bisher Veröffentlichte stark überarbeitet und ergänzt.

Einen schnellen Überblick über den Inhalt gibt es hier:

Hier kann man das Buch u. a. bestellen:

Das große Kettlebell-Trainingsbuch

Wer eine individuelle und persönliche Einweisung und Technikkorrektur möchte, bekommt dies in den zahlreichen Seminaren unserer top ausgebildeten Kettlebell-Trainer.

Hier geht`s zu unseren Seminarterminen und -orten: Kettlebell-Seminare

Meine liebsten Trainingsschuhe

Die Wahl der Fußbekleidung beim Training ist nicht nur wichtig für das Wohlbefinden oder den Schutz der Füße.

Sie kann auch darüber entscheiden, ob die Füße beweglicher und stabiler werden und wie langfristig die Trainingsleistung ausfällt. Die Wahl ist also auch ein weiterer Baustein für eine bessere Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Die Vorteile des "Barfußtrainings" habe ich bereits mit einigen Artikeln angerissen. Siehe Barfuß ist "in" und "Warum Schuhe krank machen".

Da ich auch immer wieder auf meine Fußbekleidung angesprochen werde, wollte ich einmal meine persönlichen Favoriten für mein Training vorstellen:

1.) Barfuß, also nackte Füße

2.) Training in Socken

3.) Natürlich bin ich nicht durchgehend auf Socken oder barfuß unterwegs. Vom Schuhwerk her gefallen mir folgende Modelle am besten, weil ich damit bisher dem Barfußgefühl am nächsten gekommen bin:

NakedShoes

Bildquelle: nakedshoes.de

Das sagt die Firma:

NakedShoes sind den Laufsandalen der legendären Tarahumara-Indianer nachempfunden. Huarache-Style made in Germany!

NakedShoes verbinden das Beste des Barfußlaufens mit optimalem Schutz. Eine strapazierfähige Vibram-Sohle und weiche Riemen lassen die Barfuß-Sandale mit dem Fuß verschmelzen.

NakedShoes:

  • werden in Handarbeit von einem orthopädischen Schuhmacher maßangefertigt
  • geben kein Gift ab (Material für Medizinprodukte zugelassen)
  • sind ultraleicht (ca. 60 G.)
  • geben dem Barfußläufer Schutz vor Scherben, Dornen etc.
  • erhalten die volle Flexibilität des Fußes
  • trainieren die Muskulatur – von den Füßen bis zu den Schenkeln
  • sehen gut aus und sind viel zu schade um nur damit zu laufen

 

Das sage ich:

Mit Hilfe des Anleitungsvideos auf der oben genannten Seite lässt sich das Binden dieser maßgefertigsten Schuhe schnell erlernen. Danach schlüpft man nur noch hinein, so dass ein regelmäßiges, vollständiges Binden entfällt.

Sie Sandalen erhalten das außergewöhnliche Freiheitsgefühl der Füße und haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu Flipflops nicht vom Fuß fallen können und das lästige Anspannen der Zehenmuskeln, um die Sandale am Fuß zu halten, entfällt, vor allem, wenn man einmal laufen muss (z. B. um einen Bus noch zu bekommen oder einem Regenschauer zu entfliehen).

NakedShoes haben eine sehr dünne und flexible Sohle, durch die ich bei Spaziergängen, Wanderungen, Läufen und im "normalen" Training sehr viel von der Bodenbeschaffenheit spüren kann, was u. a. die Fußbeweglichkeit verbessert und die Muskulatur kräftigt.

Manchen erscheint der Preis zunächst zu hoch, doch die Schuhe sind aus meiner Sicht die Investition wert, denn die Sohle ist äußerst langlebig (manche Läufer haben nach mehreren hundert Kilometern immer noch dieselbe Sohle!), ungiftig und eine Maßanfertigung. Außerdem gibt es eine 60-Tage-Geld-Zurück-Garantie (die wohl kaum einer in Anspruch nehmen wird).

Natürlich kann man sich ähnliche Sandalen auch selbst herstellen, doch das ist nicht jedermanns Sache, dauert etwas und das Material hat in der Regel eine geringere Qualität.

Mit den Schuhen kann man auch prima laufen (die oben genannten Indianer leben es uns schließlich vor) und normale Kraft-/Fitnesstrainingseinheiten lassen sich darin auch gut durchführen.

Achtung: Barfußlaufen erfordert oft mehrere Monate bis über ein Jahr an Vorbereitung, andernfalls hat man aufgrund von Schmerzen durch Überlastungen schnell keine Freude mehr daran.

Schnelle Seitwärtsbewegungen und Richtungswechsel, wie sie z. B. bei Shuttle-Sprints oder Agility-Training durchgeführt werden, sollten jedoch besser barfuß oder in festerem Schuhwerk durchgeführt werden. Auch beim Krabbeln stören die Sandalen manchmal ein wenig, aber da kann man sie ja auch schnell aus- und anschließend wieder anziehen.

Es gibt auch andere Anbieter, die vergleichbare Sandalen anbieten, doch bisher habe ich da noch keinen mit einer vergleichbar dünnen und flexiblen Sohle gefunden (kann aber auch an mir liegen).

Mein Fazit: NakedShoes sind eine wunderbare Lösung für ein Training mit herrlich freiem Barfußgefühl, wenn die Fußsohle geschützt werden soll oder wenn die Hausordnung aus Hygienegründen kein Barfußtraining erlaubt.

Website: www.nakedshoes.de

 

Schuhe von Sole Runner

Bildquelle: sole-runner.com

Das sagt die Firma:

  • Sole Runner-Schuhe haben eine dünne und dennoch höchst abriebfeste Sohle und selbstverständlich keine Dämpfung.
  • Sie sind im Zehenbereich breit genug, damit sich die Zehen in alle Richtungen ungehindert bewegen können.
  • Obermaterial und Sohle müssen so flexibel sein, dass die natürlichen Fußbewegungen nicht eingeschränkt werden.
  • Selbstverständlich müssen die Materialien, vom Obermaterial, dem Faden, Klebstoff bis zur Laufsohle unseren ethischen Ansprüchen entsprechen und dennoch höchste Qualität aufweisen.
  • Die Schuhe wurden in Deutschland entwickelt und werden in Europa hergestellt.
     

Das sage ich:

Da ich schmale Füße habe, bin ich mit dem Modell "Pure" (siehe Bild) sehr zufrieden. Die Firma bietet aber auch Modelle für normale/breitere Füße (z. B. den FX Trainer), aber auch Freizeitschuhe, die weniger sportlich aussehen und dennoch die sehr dünne und flexible Sohle aufweisen.

Bei manchen minimalistischen Schuhen geht die Zehenkappe zu weit nach oben, was hier nicht der Fall ist. Der große Zeh erfüllt u. a. eine wichtige Ankerfunktion für das Gleichgewicht und sollte leicht Bodenkontakt haben oder bekommen können.

Mein Fazit: Wenn ich mehr Stabilität am Fuß benötige (z. B. bei multidirektionalen Laufbewegungen) oder es kühler ist, fühle ich mich in den Schuhen von Sole Runner sehr wohl. Ich kann damit alles machen und die Sohle ist im Vergleich zu Schuhen anderer Anbieter im gleichen Marktsegment sehr dünn und flexibel, sodass der Fuß viel Bewegungsfreiheit hat und viele Sinnesreize vom Boden noch gut wahrnehmen kann.

Viele Menschen zeigen auch ungern ihre Füße oder haben lieber Schuhe am Fuß, sodass Sole Runner-Schuhe hier eine gute Alternative zur Sandale sein können.

Website (zum Kauf): www.barfußlaufen.com

 

Sicher gibt es noch viele andere gute Schuhe und Anbieter, die ich noch nicht kenne oder getestet habe, aber die beiden genannten Modelle legen für mich die Messlatte schon sehr hoch.

Ganz gleich, für welches Schuhwerk Sie sich entscheiden, folgende Faustformel habe ich im letzten Jahr gelernt und gebe sie gerne weiter:

Wenn Sie Ihren Schuh nicht problemlos in die eigene Hosentasche stecken können, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schuh, der auf Dauer nicht gesund für Ihre Füße und somit für Ihren Körper ist.

(Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, die u. a. vom Nutzungszweck abhängen.)

Training und Trainingsmöglichkeiten im Urlaub

Pünktlich vor der Haupturlaubszeit wurde gerade auf www.power-quest.cc, Europas größtem Fitness- und Kraftsportpodcast mit über 50.000 Hörern, ein längeres Interview veröffentlicht, in dem Jürgen Reis mit mir erörtert, welche Trainingsmöglichkeiten sich im Urlaub bieten bzw. wie man das Training im Urlaub gestalten kann.

U. a. hören Sie dort auch, welches Urlaubstraining ich für Leon Schmahl, dem amtierenden deutschen Meister im Natural-Bodybuilding, zusammengestellt habe.

Außerdem wurde aus mir noch eine einfache Formel für (mehr) Glück im Leben herausgekitzelt…

Dies und viele weitere praktische Trainingstipps gibt es hier zu hören:

Power-Quest.cc Podcast Nr. 457: Dr. Till Sukopp – Effektiv trainieren im Urlaub
 

Interview: “Der Sandbag ist nicht nett”

Nachdem die letzte D.V.R.T.-Trainerzertifizierung (Dynamic Variable Resistance Training, siehe meine anderen Artikel hierzu) Ende Mai wieder ein voller Erfolg mit begeisterten Teilnehmern war, wurde gerade ein kurzes Interview mit mir zu diesem Trainingssystem und dem Trainingsgerät gegeben, wobei das System natürlich nicht nur auf die Verwendung von Sandbags beschränkt ist.

Das Interview ist hier zu lesen (evtl. kostenlos auf der Seite registrieren, wenn der Text nicht angezeigt wird):

"Der Sandbag ist nicht nett"

Beste Trainingsinformationen von Steve Maxwell

Steve Maxwell gehört zu den Lehrern, die ich am längsten verfolge und von denen ich mit am meisten lerne. Er hat über 40 Jahre Trainingserfahrung, sämtliche Fitnessmethoden selbst ausprobiert und intensiv an sich und seinen Klienten getestet.

Er hat ausgiebige Erfahrungen im Training von absoluten Anfängern, Rehasportlern, "Senioren" und Leistungssportlern aus verschiedensten Sportarten. Seit Jahren reist Steve rund um den Globus, um zu lehren und von den Besten auf ihrem Gebiet zu lernen.

Als hochgraduierter Schwarzgurt im Brasilian Jiu-Jitsu wurde er von den Gracies ausgebildet und hat teilweise mit ihnen zusammengelebt. Er hat die bedeutendsten Yogalehrer und Joint Mobility-Experten besucht und intensiv bei ihnen gelernt. Im Bereich Atmung, Joint Mobility und Kampfkunst hat er vom Gründer des russischen Selbstverteidigungssystems Systema und seinen höchsten Schülern gelernt. Hochintensives Krafttraining hat er von Dr. Ellington Darden und Arthur Jones gelernt. Um die Wurffähigkeiten zu verbessern besuchte er den Weltmeister im Boomerang-Werfen in Australien. Die Liste ist natürlich noch viel länger.

Kurz gesagt, Steve Maxwell bleibt immer kritisch und lernt am liebsten von den Urquellen des Wissens und macht dann seine eigenen Erfahrungen, bevor er sein Wissen weitergibt. Das macht ihn für mich zu einem der authentischsten Lehrer, der weiß, was in der Praxis des Alltags wirklich funktioniert und was nicht.

Im Juni 2014 kommt er für drei Seminare in die Primal Fitness Box nach Köln:

Fr., 20.06.2014: Medicine Ball Seminar

Sa., 21.06.2014: Mobility Conditioning Seminar

So., 22.06.2014: Club Swinging for Strength and Fitness (Training mit Keulen)

Eine einmalige Gelegenheit, Steve Maxwell live zu erleben und im persönlich Fragen stellen zu können.

Noch sind ein paar Plätze frei.

Wer dafür keine Zeit findet und dennoch von Steve lernen möchte, kann sich z. B. diese beiden aktuellen Interviews mit ihm anhören:

Interview 1 mit Steve Maxwell

(die ersten 5:30 min sind Werbung, dann geht`s los; unter dem Video kann man sich das Interview als Audio-Podcast downloaden)

Interview 2 mit Steve Maxwell

(die ersten 7:30 min sind Werbung, dann geht`s los; unter dem Video kann man sich das Interview als Audio-Podcast downloaden)

Primal Movement Patterns – ursprüngliche Bewegungsmuster

Wer unter Bewegungsmangel leidet oder einfach wieder beweglicher und stabiler sein oder sich insgesamt wieder besser bewegen können möchte, sollte sich wieder der alten Wurzeln seiner Bewegungsentwicklung besinnen.

In der Primal Fitness Box arbeiten wir viel mit ursprünglichen Bewegungsmustern, um den Körper wieder umzuprogrammieren auf seine alten Fähigkeiten.

Hierzu zählen u. a. folgende Übungen: Cross Crawl, Rollen, Rocking, Krabbeln oder diverse Spannungsübungen.

Im Functional Training Magazin wurde dazu folgender Artikel mit einigen Beispielübungen von mir veröffentlicht:

Bewegung: Motorik mit einfachen Mustern

(Sollten Sie den Artikel nicht lesen können, müssen Sie sich zuerst kostenlos beim Magazin auf der Seite anmelden.)

Die Hauptursachen für Krankheit – Teil 4 (Bewegungsmangel)

Der Körper ist von Natur aus auf Bewegung angewiesen. Früher mussten unsere Vorfahren einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche verbringen um nicht zu verhungern. Doch das hat sich dramatisch verändert.

Heute können wir vom Sofa aus einen Bestellservice anrufen, welcher das Essen bis an die Wohnungstür bringt. Mit einer netten Person im Haus könnten wir uns dann das Essen sogar noch von der Wohnungstür zum Sofa bringen lassen…

Unser Organismus spart Energie, wann immer er kann. Deshalb lässt er alle Funktionen und Strukturen verkümmern, die nicht regelmäßig genutzt werden. Dazu gehören z. B. sämtliche Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel, Faszien, Knochen oder Organfunktionen (z. B. Herz, Lunge, Leber, Gehirn).

Bis zum Beginn der industriellen Revolution waren die Menschen täglich durchschnittlich 10 bis 12 Stunden körperlich aktiv. Heute sind es nur noch 25 Minuten, also etwa 9,5 bis 11,5 Stunden weniger.

Wir sind heute also gezwungen körperliche Aktivität bewusst in unseren Alltag einzubauen (Eintrag in den Terminkalender!) oder sie durch gezieltes Training künstlich zu erschaffen. Sonst bekommen wir zunehmend körperliche Beschwerden und werden krank.

 

Die gravierenden Folgen der Trägheit

Jährlich sterben etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen ihrer körperlichen Trägheit.

Die Deutschen gehören zu den schwersten und bewegungsfaulsten Menschen in Europa.

Von den lediglich 25 Prozent der Deutschen, die regelmäßig Sport treiben, erreichen 87 Prozent nicht das Maß an körperlicher Aktivität, das von den führenden Fachorganisationen empfohlen wird, um eine wünschenswerte Gesundheitsvorsorge zu gewährleisten.

Fast die Hälfte der Deutschen verzichtet ganz auf ein regelmäßiges körperliches Training.

Bewegungsmangel ist der Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Er erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung (KHK) um bis zu 90 Prozent, wie eine Auswertung von 70 Studien durch Prof. Löllgen zeigte (2002/2003). Diese Risikoerhöhung war unabhängig von Begleitfaktoren wie z. B. Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck festzustellen. Selbst wenn Sie also sonst keinen der bekannten Risikofaktoren haben, erhöht sich Ihr KHK-Risiko um bis zu 90 Prozent, wenn Sie sich nicht ausreichend bewegen.

Auch bei der Entstehung von Osteoporose, Stoffwechselerkrankungen (z. B. Typ-2-Diabetes), Rücken- und Gelenkbeschwerden (z. B. Arthrose) spielt Bewegungsmangel eine große Rolle.

Mit dem Bewegungsmangel schwindet unsere Muskulatur, was unter anderem auch den Testosteronspiegel sinken lässt. Ein Androgenmangel im Alter von unter 45 Jahren lässt das Alzheimerrisiko um den Faktor 80 steigen.

Wer nur dreimal pro Woche eine Stunde flott spazieren geht, hat im Alter deutlich mehr graue Hirnsubstanz und weniger Hirnatrophie.

Bei Depressionen gehören tägliche Spaziergänge von etwa 60 Minuten Dauer in der Natur mit dem Blick auf den Horizont gerichtet zu den besten Interventionen.

Im Bauch der Mutter ist Bewegung der einzige Reiz, der das Gehirn des Fötus wachsen lässt. Bewegung im Kindesalter kann hinsichtlich der körperlichen und geistigen Kindesentwicklung durch nichts ersetzt werden.

Eine Untersuchung an 45.000 deutschen Jugendlichen im Alter von durchschnittlich 15 Jahren hat gezeigt, dass der tägliche Medienkonsum (Computer, Fernseher) bei ca. 6,5 Stunden pro Tag liegt.

Der durchschnittliche Fernsehkonsum der deutschen Erwachsenen liegt bei 4 Stunden pro Tag.

43 Prozent der deutschen Schulkinder können keine tiefe Hockposition mehr mit den Fersen am Boden einnehmen.

Über 50 Prozent der deutschen Schulkinder können keine Rolle vorwärts mehr durchführen.

43 Prozent der deutschen Schulkinder kommen bei Rumpfbeugen nicht mehr mit den Fingern zum Boden.

80 Prozent der deutschen Schulkinder können nicht mehr rückwärts balancieren.

Die Schulsportleistungen deutscher Grundschüler gehen beim 50m-Lauf, beim Weitsprung und beim Weitwurf kontinuierlich deutlich zurück.

Dabei wird mindestens 23 Prozent der schulischen Leistung durch die körperliche Fitness bestimmt, wie Untersuchungen gezeigt haben.

Auch bis ins hohe Alter hinein entwickelt nichts das Gehirn so gut wie regelmäßige und vielfältige Bewegung. Da kann das Lösen von Kreuzworträtseln nicht ansatzweise mithalten.

Die Krankheitsstatistiken und Patientenzahlen diverser Erkrankungsbilder in Deutschland sind katastrophal. Das damit verbundene körperliche und seelische Leid ist groß, aber weitestgehend vermeidbar.

Mehr Bewegung allein kann sehr viel zur Vorbeugung und Therapie verschiedenster Krankheitsbilder beitragen und das allgemeine Wohlbefinden in der Bevölkerung deutlich erhöhen.

Richtig dosiertes, gezieltes körperliches Training kann noch bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit und mit einem geringeren Zeitaufwand pro Trainingseinheit erzielen.

 

Körperliche Aktivität als effektives Medikament

Richtig dosiertes körperliches Training wirkt mindestens genauso gut wie eine Vielzahl von Medikamenten, nur dass es keine unerwünschten Nebenwirkungen hat und in der Regel weniger kostet.

Eine große Zwillingsstudie hat 2008 gezeigt, dass die körperlich aktivsten Zwillinge im Vergleich zu ihren faulen eineiigen Geschwistern eine um 10 Jahre höhere Lebenserwartung hatten, unabhängig von Begleitfaktoren wie Rauchen oder Übergewicht. Nur das höhere Ausmaß an körperlicher Aktivität hat dies bewirkt.

2007 hat eine Gruppe von über 65-Jährigen durch ein zweimaliges Krafttraining pro Woche nach nur sechs Monaten den genetischen Fingerabdruck verjüngt und den Alterungsprozess der Mitochondrien (Zellkraftwerke) rückgängig gemacht.

In einer Untersuchung der American Heart Association konnten fast 50 Prozent der Probanden nach nur vier Monaten Intervalltraining auf dem Radergometer (3 x 40 min/Woche, inkl. 10 min Warm-up und 5 min Cool-down) von der Diagnose “Metabolisches Syndrom” (auch “das tödliche Quartett” genannt) freigesprochen werden (Tjonna et al., 2008).

Die Lungenfunktion hat die höchste Vorhersagekraft bezüglich einer vorzeitigen Sterblichkeit und zwar unabhängig der Erkrankungsart. Dies zeigt u. a. die Framingham Studie, eine der wichtigsten Langzeituntersuchungen, die schon über 60 Jahre andauert und als die Geburtsstunde der Präventivmedizin gilt.

Wenn wir nichts tun, “schrumpfen” unsere Lungen. Mit 50 Jahren hat man bereits 40 Prozent seiner Lungenfunktion verloren, mit 80 sind es über 60 Prozent. Klassisches, moderates Ausdauertraining bringt hier gar nichts, nur intensives Intervalltraining und Kraftausdauertraining verbessern unsere Lungenfunktion und halten uns jung, gesund und leistungsfähig. Das funktioniert auch noch rückwirkend.

Der Verlust des Lungenvolumens erhöht das Risiko für einen Hirninfarkt um über 30 Prozent und das eines tödlichen Hirninfarkts um 200 Prozent (Lee et al., 1995).

Je höher der individuelle Fitnessgrad ist, desto größer ist auch die gesundheitliche Prognose und desto geringer das Risiko vorzeitig zu versterben. Das gilt natürlich auch umgekehrt, wie mehrere Metastudien gezeigt haben.

 

Es führt kein Weg dran vorbei: Wir müssen uns mehr bewegen.

Jede Minute und jeder Schritt mehr pro Tag zählen. Wer schnellere und deutlichere Ergebnisse mit geringerem Zeitaufwand haben möchte, muss raus aus der Komfortzone und ein strukturiertes Training starten, wie es in diesem Blog in den Beiträgen der Kategorie „Training“ zu finden ist.

Dabei ist es möglich, jede Person dort abzuholen, wo sie gerade mit ihrem individuellen Fitness-Level steht.

Wenn Sie keinen guten Trainer in der Nähe kennen, könnten meine Produkte (Bücher, DVDs) oder unsere Seminare vielleicht interessant für Sie sein, denn da lernen Sie, wie Sie sich selbst helfen können.

Hier kommen Sie zu den anderen Teilen dieser Artikelserie:

Teil 1

Teil 2 (Gifte)

Teil 3 (Nährstoffmangel)

Teil 5 (Elektrosmog)

Teil 6 (mentaler/emotionaler Stress)

Slingtrainer, Ropes und ein spezielles Seilzug-/Klettergerät (Workshops)

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht auch Workshops, Seminare oder Ausbildungen für das Schlingentraining (Slingtrainer), für Ropes (intensives Kraftausdauertraining mit Seilen) o. ä. anbiete.

Da auch meine Zeit begrenzt ist, habe ich mich lieber auf Kettlebells, Sandbags und das Training mit dem eigenen Körpergewicht (ohne Geräte) konzentriert, wobei die oben genannten Elemente natürlich einen festen Bestandteil in meinem Trainingsangebot und meinem eigenen Training darstellen.

Doch nun kann auch diese Angebotslücke teilweise geschlossen werden bzw. kann ich hier auf meine Kollegen von der Firma aerobis hinweisen, die in verschiedenen Workshops u. a. den Umgang mit Slingtrainern und Zusatzgeräten, Ropes oder dem revolutionären Zugkraftgerät "revvll ONE" anbieten.

Hier geht es zum Workshopangebot von aerobis.