Sandbagtraining – Langhanteln können da nicht mithalten

Sandbags sind die vielseitigsten Trainingsgeräte, die ich kenne. In allen Ebenen lassen sich damit sämtliche Bewegungen durchführen. Ganz gleich, was Sie verbessern möchten: ob Explosivität, Kraft, Muskelaufbau, Stabilität, Beweglichkeit, Ausdauer oder Körperfettreduktion – mit Sandbags lassen sich prinzipiell alle genannten Ziele erreichen.

Auch die Übungsvielfalt ist fast grenzenlos. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb sich immer mehr Fitnesstrainer von der Langhantel abwenden. Sie benötigen sie einfach nicht mehr oder die Kundenwünsche lassen sich meist besser mit Sandbags erreichen.

Sehen Sie hier ein paar innovative Beispielübungen von Coach Sarah Gwynn, dann wissen Sie was ich meine. Sarah zeigt hier u. a. auch, dass die Angst vieler Frauen vor intensivem Krafttraining unbegründet ist. Schauen Sie sich z. B. mal ihre Beine an:

Wenn Sie eine detaillierte Einführung bekommen oder ins fortgeschrittene Sandbagtraining einsteigen möchten, dann kommen Sie doch in eines meiner nächsten Seminare:

Sa., 2. Juli, 15-19 Uhr in Köln (Einführung ins Sandbagtraining)

Sa., 23. Juli, 15-19 Uhr in München (Einführung ins Sandbagtraining)

Sa., 10. September, 15-19 Uhr in Köln (NEU: Sandbagtraining für Fortgeschrittene)

Sa., 17. September, 15-19 Uhr in München (NEU: Sandbagtraining für Fortgeschrittene)

Infos und Anmeldung hier: ww.kettlebell-fitness.de/seminare

Wenn Sie es nicht schaffen, wäre das hier eine mögliche Alternative: www.sandbag-training.de

 

Beintraining: “oll” vs. toll – Teil 1

Typische Unterhaltung im Fitnessstudio (meist Mittwochs unter Männern): “Und, was machst Du heute?” “Beine.”

Viele Männer im Fitnessstudio trainieren dennoch zu wenig die Beinmuskeln, da man ja die Frauenwelt und andere Männer angeblich am besten durch einen imposanten Oberkörper beeindrucken kann. Blöd ist es dann nur, wenn der Sommer kommt und man sich in Badehose zeigen muss. Ein muskulöser Oberkörper, der auf zwei Storchenbeinen daherkommt, wirkt dann schon wieder eher albern.

Die Unterkörpermuskulatur macht einen Großteil der Gesamtmuskulatur aus. Wird diese intensiv trainiert, wächst automatisch auch die Oberkörpermuskulatur durch die vermehrte Produktion an anabolen Hormonen mit. Wer also die Beine intensiv mittrainiert, hat schnellere Erfolge, wenn es um Kraft- und Muskelaufbau geht.

(Bildquelle: iatrum.de)

Frauen trainieren hingegen meistens mehr die Beine, erzielen aber mit den üblichen Geräten meist zu geringe Erfolge. Das Training dauert obendrein zu lange und ist langweilig. Auf einige vermeintliche “Frauenübungen” (Oberschenkelinnen- und Rückseite, Gesäßmuskulatur) gehe ich in kommenden Artikeln noch mal separat ein.

Wer weniger an der Optik interessiert ist und mehr an der Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähkigkeit, kommt am Beintraining auch nicht vorbei. Die meisten Sportarten erfordern eine leistungsfähige Beinmuskulatur.

Doch auch hier herrscht häufig ein Irrglaube. Besonders Läufer und Fußballer, die ich trainiert habe, kommen mir in den Sinn. “Ich brauche kein Beintraining, ich laufe doch/spiele doch Fußball” habe ich schon zu häufig gehört. “Warum hast Du dann so wenig Beinkraft?” denke ich dann immer.

Nur, weil man einen Körperteil häufig bewegt, heißt es noch lange nicht, dass dieser dadurch kräftig wird. Schon gar nicht, wenn der Widerstandsreiz für die Muskulatur so gering ist wie in den Beispielen Fußball und Laufen. Sonst hätten ja Klavierspieler die kräftigsten Finger/Hände auf der Welt.

Der Großteil der Sportler ist mit drei Ganzkörperkrafttrainingseinheiten pro Woche völlig ausreichend bedient. Ab und zu oder in Einzelfällen kann aber auch ein Oberkörper-/Unterkörper-Split-Training interessant sein und für Abwechslung und neue Reize sorgen.

Das heißt, dass bei drei Trainingstagen pro Woche am ersten und dritten Tag der Oberkörper und am zweiten der Unterkörper trainiert wird. In der Folgewoche sind es dann zwei Unterkörpereinheiten und eine für den Oberkörper.

Doch die Mehrheit benötigt das nicht.

Da uns die Fitnesswelt auf Gerätetraining programmert hat, was jeder bestätigen kann, der sich in einem Fitnessstudio anmeldet und umschaut, werden dort überwiegend Übungen gezeigt und durchgeführt, bei denen man entweder sitzt oder liegt.

Selten sieht man die ganzen hervorragenden Übungen zur Verbesserung der Unterkörperkraft, die vor der Geburt der Fitnessgeräte beste Erfolge geliefert haben. Hierzu gehören Kniebeugen, Ausfallschritte und Sprünge in allen Varianten sowie das Tragen, Ziehen und Schieben schwerer Gegenstände.

Fallen Ihnen Situationen im Alltag, Sport oder aus der Natur ein, bei denen Sie im Sitzen oder Liegen besonders viel Beinkraft benötigen? Rudern kommt mir in den Sinn, aber viel mehr auch nicht.

Der Mensch ist ein Steh-, Geh-, Lauf-, Spring- und Klettergeschöpf. Alles Bewegungen, die zusätzlich zur Kraft auch Gleichgewicht erfordern. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Übungen stehend durchgeführt werden, vor allem solche zur Verbesserung der Beinkraft.

Zusätzlich ist es sehr zu empfehlen, regelmäßig Beinkraftübungen in Schrittstellung und einbeinig durchzuführen, da dies Positionen sind, die im Alltag und Sport häufiger vorkommen als im Parallelstand (Kniebeuge).

Für ein gutes Beintraining benötigt der Normalmensch keine Geräte. Erst sehr kräftige oder fortgeschrittene Sportler können und sollen Gewichte als Widerstand ergänzen.

Auch beim Training der Beinkraft bzw. der Unterkörpermuskulatur gilt die Regel: Wer noch nicht einmal sein eigenes Körpergewicht allein sicher und sauber bewältigen kann, muss sich um Zusatzlasten keine Sorgen machen.

Und bis dahin dauert es erfahrungsgemäß eine Weile.

Hier ein Video von klassischem Beintraining (kniedominante Beinübungen) aus dem Fitnessalltag und besseren Alternativen, die den ganzen Körper mit einbeziehen und dadurch eher Muskeln auf- und Fett abbauen – von der Verbesserung der allgemeinen Athletik ganz zu schweigen.

Ach ja, die Trainingszeit verkürzt sich durch diese Übungen meistens auch noch, da nicht jeder Muskelbereich einzeln trainiert wird 🙂

Hier noch eine mögliche Progression mit Zielwerten für Wiederholungszahlen, die ich gerne bei meinen Klienten anwende. Die genannten Wiederholungsziele gewährleisten dem Körper genügend Anpassungszeit und sichern eine ausreichende Schulung der Technik, bevor zur schwierigeren Variante übergegangen werden kann.

Lesen Sie auch meinen anderen Artikel über Beintraining hier.

Hier ist ein zusätzlicher Artikel über die Königsform aller Beinkraftübungen, die Pistol.

Langhanteln, Kettlebells und Sandbags (Teil 2, Praxistipps)

In Teil 1 dieses Artikels sind Robert Heiduk und ich auf die wesentlichen Unterschiede, Vor- und Nachteile von Langhanteln, Kettlebells und Sandbags eingegangen.

In zweiten Teil stellen wir hierzu ein paar praktische Übungsbeispiele vor und geben Tipps, wie man z. B. durch die Vermeidung häufiger Fehler augenblicklich mehr Kraft entfalten kann.

Mehr dazu in diesem Video:

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Langhanteln, Kettlebells und Sandbags (Teil 1)

Freie Gewichte bieten den Vorteil, dass sie komplexe Bewegungsmuster in den drei Bewegungsebenen (Frontal-, Sagittal- und Transversalebene) ermöglichen.

Dies sorgt nicht nur für einen in der Regel größeren Anteil an beteiligter Muskelmasse, sondern auch für eine höhere Übertragbarkeit der Übungen auf Bewegungen im Alltag und im Sport.

Als freie Gewichte bieten sich vor allem Langhanteln, Kurzhanteln, Kettlebells und Sandbags an. Das folgende Video zeigt einen kurzen Überblick über die jeweiligen Unterschiede, Vor- und Nachteile.

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Grundlagen eines effektiven und gesunden Fitnesstrainings

In meinem letzten Artikel ging es u. a. um das (Wieder-) Erlernen grundlegender Bewegungsmuster und die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit.

Zusammengefasst könnte man sagen:

Bewegen Sie sich gut und dann bewegen Sie sich oft.

Ein Beispiel: Regelmäßig erlebe ich im Training mit Klienten oder bei meinen Seminarteilnehmern, dass es möglich ist, binnen Sekunden bis Minuten (je nach Erklärungsdauer) sofort die Kraft und Stabilität zu verbessern, so dass bestimmte Bewegungen plötzlich möglich sind, die teilweise monate- bis jahrelang undenkbar waren.

Auch das Bewegunsausmaß  bzw. die Beweglichkeit in manchen Übungen lässt sich allein durch die richtige Technik binnen Sekunden teilweise erstaunlich vergrößern.

Dies zeigt, dass die Konzentration auf die Bewegungsqualität großen Einfluss auf die Gesundheit und die körperliche Leistungsfähigkeit haben kann.

Je besser das Körperbewusssein/Körpergefühl ist und je besser man sich bewegen kann, desto schneller lernt man neue Übungen und desto leichter fallen einem sämtliche Bewegungen.

Arbeiten Sie mit und nicht gegen die Natur und Ihr Leben wird etwas leichter sein.

Reduktion der Übungsanzahl, Kontinuität im Training, Progression, Variation, Konzentration auf die Grundübungen/Grundlagen und auf die Qualität der Bewegungsausführung sowie die konsequente Arbeit an den individuellen “Schwachstellen” sind nur einige Grundpfeiler eines effektiven und gesunden Fitnesstrainings.

Wer das schwächste Glied einer Kette (des Körpers) kräftigt, macht die ganze Kette (den ganzen Körper) stärker.

Hierauf geht Robert Heiduk von der Eisenklinik im folgenden Video u. a. auch noch mal ein:

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Schlägt Sie ein Kleinkind in dieser Übung?

Die Rede ist vom Deadlift oder Kreuzheben. Mir gefällt jedoch der Begriff “Lastheben” besser, weil dabei primär nichts aus dem Kreuz gehoben wird (wenn man es richtig macht). Warum kann jedes Kleinkind diese Übung besser als die meisten Erwachsenen?

Ganz einfach: Es sitzt nicht so viel rum, hebt häufig Sachen vom Boden auf und denkt dabei nicht über das bestmögliche Bewegungsmuster für diese Aufgabe nach, weil es von Natur aus bereits damit ausgestattet wurde.

(Bildquelle: schuetteler.de)

Lastheben ist eines der grundlegendsten, wichtigsten und natürlichsten Bewegungsmuster, doch als viel sitzender Mensch geht diese Bewegung derartig im Gehirn verloren, dass viele gar nicht mehr wissen, wie man bewusst das Gewicht mehr auf die Fersen verlagert und das Gesäß bei gestrecktem Oberkörper nach hinten zieht.

Diese wichtige Bewegung ist vielen Menschen derart abhanden gekommen, dass sie sich dabei teilweise sogar “blöd” oder “lächerlich” vorkommen, wenn ich ihnen sage, dass sie beim Anheben von Gegenständen den Po weit nach hinten ziehen und den Rücken gerade lassen sollen.

Ich bin immer wieder auf`s Neue entsetzt darüber, wenn ich live miterleben muss, wie sehr der Mensch durch unseren heutigen Lebensstil degenerieren kann und wie krass es in der Evolution mit unserer Spezies abwärts geht.

Bewegung baut den Körper, das Gehirn und das Nervensystem auf, ist absolut essentiell für die Entwicklung und Gesunderhaltung des Menschen, hebt die Stimmung, baut Stress ab, u. v. m. – doch unser heutiger Lebensstil produziert Bewegungslegastheniker in Massen!

Ich hatte einmal jemanden kennengelernt, der vier Jahre lang nur an Geräten trainiert hat. Nach ca. 30 langen Minuten wusste er schließlich grob, wie die Bewegung des Kreuzhebens durchzuführen ist, obwohl man sie eigentlich täglich durchführt, wenn man sich auf die Toilette setzt.

Aus diesen Erkenntnissen und Erfahrungen heraus habe ich mich mit dem Bewegungsexperten Robert Heiduk von der “Eisenklinik” zusammengetan, um ein Seminar anzubieten, welches sehr detailliert auf grundlegende Bewegungsmuster eingeht, diese in alle Einzelheiten und Coachingtipps zerlegt und anschließend wieder variantenreich und gewinnbringend zusammenfügt.

Als Ergebnis kam das Lift-up-Seminar heraus mit dem Zusatztitel “Zurück zu den Wurzeln”. Es findet am 28./29. Mai in Bonn statt. Für eine intensive Schulung ist die Teilnehmerzahl startk limtiert.

Weitere Hintergrundinformationen gibt dieses Video (der Baulärm im Hintergrund kann als Charme des Ruhrgebietes angesehen werden):

Zur Seminaranmeldung geht es hier (roten Link anklicken).

Übrigens: Die “Übung Kettlebell-Swing” ist im Prinzip nichts anderes als schnelles Kreuzheben. Deshalb eignen sich die vielen Wiederholungen dabei sehr gut, um das Bewegungsmuster einzuschleifen und zu verfeinern.

“Brust, Schulter, Trizeps” sowie andere Zeit- & Effekträuber

In der Fitnesswelt ist jeder Montag inoffizieller Brustmuskeltag – klingt komisch, ist aber so.

Fast alle Trainingspläne in Fitnessstudios und den Fitnessmagazinen fangen damit an, dass die Trainingswoche montags mit den Brustmuskeln beginnt. Deshalb sind dann auch immer alle “Brustgeräte” besetzt und das Training dauert noch länger als es ohnehin schon bei der Ausführung von isolierten Bewegungen in Anspruch nimmt.

Warum das so gemacht wird fragt sich kaum einer, schließlich machen das ja fast alle so, also ist es richtig. Nur Krafttrainingsblasphemisten würden die Woche z. B. mit einem Beintraining beginnen.

Häufig werden noch die Schultern und Trizepse (Ellenbogenstrecker) gleich mittrainiert.

Die meisten gängigen Übungen für die Brustmuskeln werden im Sitzen oder Liegen durchgeführt. Dabei wäre doch wenigstens in der Freizeit mehr Bewegung sinnvoll, wenn man schon den ganzen Tag lang sitzt (siehe Artikel über das Aufwärmen).

Hinzu kommen rein praktische Gründe, die in den meisten Fällen gegen das klassische und (fast) isolierte Training bestimmter Muskelpartien sprechen.

1. Es dauert viel zu lange und nur wenige wollen oder können sich die Zeit dafür nehmen.

2. Es wird relativ wenig Gesamtmuskelmasse aktiviert. Je weniger Muskeln bei einer Übung aktiviert werden, desto geringer ist die körperliche Ausschüttung von muskelaufbauenden Hormonen. Daher lassen z. B. einige ihre Arme durch intensive Kniebeugenprogramme wachsen.

3. Je weniger der ganze Körper im Zusammenspiel in eine Übung mit einbezogen wird, desto geringer ist die systemische Belastung, was u. a. nur geringe Auswirkungen auf die Stoffwechselrate und somit geringere Effekte bezüglich der Körperfettreduktion zur Folge hat.

4. Wenn man sich den ganzen Tag lang kaum bewegt und dann im Training nur isolierte Roboterbewegungen durchführt, kann sich das funktionelle Zusammenspiel des Körpers nicht verbessern. Die negativen gesundheitlichen Folgen sind vielfältig. Besonders Rückenbeschwerden können aus diesem Fehlverhalten resultieren, um nur ein Beispiel zu nennen.

5. Je mehr Muskeln und Bewegung im Spiel sind, desto mehr lässt sich neben den Krafteffekten auch parallel die Ausdauer verbessern.

Das folgende Video zeigt einige der gängigen “Brust-, Schulter- und Trizepsübungen” und stellt funktionellere Trainingsübungen vor, die mit viel weniger Zeitaufwand meist bessere Kraft- und allgemeine Fitnessverbesserungen bewirken.

Dabei wird nicht nach Muskelpartien unterschieden, sondern nach der Funktion bzw. dem Bewegungsmuster, also horizontales oder vertikales Drücken. Diese Übungen trainieren neben den in der Überschrift genannten Muskeln zusätzlich die Stabilität im ganzen Rumpf und je nach Variante die Beinmuskeln noch mit.

Somit wird aus einer “Brust-, Schulter- oder Trizepsübung” eine drückende Oberkörperübung, die (nahezu) den ganzen Körper mit einbezieht.

Das gilt natürlich auch und insbesondere für Frauen, die feste Armrückseiten und ein strafferes Dekolleté haben möchten.

Männer müssen sich bei regelmäßiger Durchführung der gezeigten Übungsalternativen über starke Arme und einen breiten Brustkorb keine Sorgen mehr machen.

Moderne Alternativen zum klassischen Aufwärmen

Wie im letzten Artikel angekündigt, starte ich hiermit eine kleine Serie von Übungen, die moderne Alternativen zu vielen der bisher üblichen Übungen im Fitnesstraining präsentieren.

Modern deshalb, weil sich die Anforderungen des heutigen Büromenschen an ein Bewegungsprogramm allein in den letzten 10 Jahren deutlich verändert haben.

Es geht längst nicht mehr nur darum, sich irgendwie zu bewegen, z. B. “um warm zu werden”, sondern aus der wenigen Zeit, die die meisten für ihr Fitnesstraining aufwenden können oder wollen, möglichst viel herauszuholen, um gesünder, kräftiger, stabiler, ausdauernder, beweglicher und schneller zu werden, die allgemeine Bewegungsfähigkeit (Koordination) zu verbessern und das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Die Woche hat 168 Stunden. Die wenigsten trainieren zumindest drei Stunden davon. Dann bleiben aber immer noch 165 Stunden übrig, in denen meist nur wenig bis gar keine körperliche Aktivität stattfindet.

Jeder wird einsehen, dass uns die heutige Zeit in eine große gesundheitliche Bredouille gebracht hat. Selbst wenn wir z. B. drei Stunden für körperliches Training aufwenden würden, was die meisten ja gar nicht machen, wäre das noch zu wenig, da es nicht einmal 2 % der uns zur Verfügung stehenden Wochenzeit umfasst.

Von der Ernährungsweise und dem ganzen Alltagsstress (beruflich wie privat), gepaart mit der zunehmenden Unfähigkeit entspannen und abschalten zu können, möchte ich in diesem Artikel gar nicht erst anfangen…

Die neue Artikelserie fängt mit dem Aufwärmen an. Dies wird idealerweise durch Übungen gestaltet, die uns beweglicher machen, die Muskulatur und das Nervensystem aktivieren, den Stoffwechsel anregen, die Körpertemperatur und die Atemtätigkeit erhöhen, natürliche Bewegungsmuster in allen Bewegungsebenen wieder anbahnen bzw. schulen und individuelle Schwachstellen im Bewegungsablauf und/oder am Bewegungsapparat korrigieren.

Die klassische Vorgehensweise (10-20 min walken, laufen, radfahren o. ä.) kann als überholt betrachtet werden.

Beispielhafte Alternativen zeigt dieses Video:

Weitere Artikel zum Thema:

Modernes Aufwärmen Teil 1

Modernes Aufwärmen Teil 2

Warm-up, Joint Mobility und Flexibilität mit Kettlebells Teil 1

Warm-up, Joint Mobility und Flexibilität mit Kettlebells Teil 2

Athletischer Körper vs. Showmuskeln

Ein Blick in jedes Fitnessstudio zeigt klar, worum es einem Großteil der Mitglieder geht: Männer wollen sich Brust und Arme aufpumpen und die Frauen einen knackigen Po und schlanke, feste Beine bekommen.

Beide Geschlechter trainieren ihre Muskeln meist isoliert an Geräten und nach Bodybuildingmethoden. Natürlich ist es möglich, dadurch einen Körper zu bekommen, der dem aktuellen Schönheitsideal entspricht (sofern die Ernährung mit berücksichtigt wird).

Ich habe nichts gegen den Wunsch oder die Motivation, für einen ästhetischen Körper zu trainieren. Im Gegenteil, dies bildet den Schwerpunkt der Arbeit mit meinen Klienten. Aber ob der Körper durch das oben beschriebene Training auch so funktioniert, wie er es bei dem Aussehen eigentlich können sollte, das ist eine ganz andere Frage.

In den meisten Fällen lässt sich dies verneinen. Natürlich ist das auch einigen Sportlern nicht wichtig, solange die Optik stimmt (“Jeder Jeck is` anders”, wie die Kölner sagen).

Untersuchungen zeigen, dass der durchschnittliche Mensch, der sich im Fitnessstudio anmeldet, in sämtlichen körperlichen Bereichen mit schlechteren Voraussetzungen erscheint als noch vor 20 Jahren.

Er/sie…

  • …bewegt sich noch weniger im Alltag,
  • …ernährt sich noch schlechter,
  • …hat durchschnittlich 50 % mehr Körperfett und weniger Muskelmasse,
  • …hat noch weniger Kraft und Ausdauer,
  • …hat noch mehr Schwierigkeiten, grundlegende Bewegungsmuster auszuführen
  • …und noch mehr körperliche Beschwerden und Einschränkungen.

 

Dieser katastrophale Zustand wird immer schlimmer, weil durch die ganztägige Sitzerei und Bewegungsarmut das Bewusstsein für den Körperteil unterhalb des Halses zunehmend verloren geht.

Wenn ich meine männlichen Klienten frage, wie sie gerne aussehen möchten, dann sagen fast alle “mehr Muskeln und weniger Fett”. Dann zeige ich gerne ein Foto eines Profibodybuilders.

Die meisten rudern in ihrer Aussage dann doch wieder zurück und meinen als Idealbild eher den athletischen Körper eines Leistungssportlers, der nicht im Bodybuilding aktiv ist, z. B. ein Boxer im Mittelgewicht.

 

Wer wie ein Athlet aussehen möchte, sollte auch so trainieren

 

Umfragen haben ergeben, das viele Menschen sich zwar das Aussehen eines Athleten wünschen, jedoch völlig anders dafür trainieren.

Vor dem Hintergrund der Untersuchungsergebnisse, die aufzeigen, dass 95-97 % (!) der Mitglieder in Fitnessstudios ihre Ziele nicht erreichen, könnte u. a. die dort gängige Trainingsmethodik eine Rolle spielen.

Da sich viele neben ihren ästhetischen Trainingszielen auch eine Verbesserung der Gesundheit und der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit wünschen, muss klar gesagt werden, dass das “Training für Showmuskeln”, also das reine Muskelaufbautraining an Geräten oder freien Gewichten dafür weniger geeignet ist.

Auch der Werbesatz “Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz” wurde längst von der Wissenschaft korrigiert. Sonst würden z. B. auch sehr muskulöse bzw. kräftige Menschen (wie Leistungssportler) keine Bandscheibenvorfälle bekommen, was aber immer wieder vorkommt.

Dicke Muskeln und/oder ein geringer Körperfettanteil mögen zwar nett aussehen, sind aber nutzlos, wenn der Körper nicht richtig als funktionelle Einheit agieren kann

 

Es gibt z. B. unzählige Männer, die teilweise sehr beachtliche Gewichte beim Bankdrücken stemmen können, aber beim Überkopfdrücken versagen oder nicht einmal 10-20 technisch saubere Liegestütze schaffen.

Nicht wenige Besitzer eines Waschbrettbauchs schaffen zwar unzählige Crunches, können aber bei diversen Bewegungen und Übungen ihr Becken und somit die Lendenwirbelsäule nicht ausreichend stabilisieren, weil die dafür nötige Bauch-/Rumpfspannung nicht aufgebracht werden kann.

Für neue Leser dieses Blogs sei erwähnt, dass man durch Crunches kein Sixpack bekommt, sondern durch die Ernährung. Aus diesem Grunde können Crunches in den meisten Fällen als reine Zeitverschwendung gewertet werden, vor allem wenn es um einen flachen Bauch geht (ganz zu schweigen von den potenziell schädlichen Auswirkungen auf die Wirbelsäule und den Nacken).

Grundlegende Bewegungsmuster wie Laufen, Springen, Hüpfen, Krabbeln, Klettern, Drücken, Ziehen, Körperdrehungen, Kniebeugen, Ausfallschritte und Kreuzheben werden von zunehmend weniger Menschen beherrscht.

Was nützt es uns, wenn wir mit Gewichten oder an Geräten trainieren, obwohl wir nicht einmal unseren eigenen Körper allein unter Kontrolle haben?

 

Meine Empfehlung lautet daher:

  • Lerne zunächst dich gut zu bewegen,
  • korrigiere fehlerhafte Bewegungsabläufe (ein erfahrener Trainer wird dir dabei helfen),
  • werden beweglicher und stabiler, wo es nötig ist,
  • eigne dir wieder die oben genannten grundlegenden Bewegungsmuster an und
  • lernen die Möglichkeiten deines Körpers u. a.  durch Bodyweight Exercises kennen (Training ohne Geräte, z. B. durch diesen umfassenden Online-Kurs).

 

Wenn du diesen grundlegenden Schritt noch nicht gegangen bist, wirst du über die Ergebnisse erstaunt sein. Und kostenlos ist es obendrein.

Ich beende gerade ein Online-Coaching-Projekt, bei dem die Probanden praktisch ausschließlich nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert haben.

In den 16 Wochen haben dabei einige 10-13 kg verloren und ihre körperliche Fitness gewaltig verbessert – zu Hause und ohne Fitnesstudio.

In den meisten Fällen lassen sich die Ergebnisse sogar noch beschleunigen und steigern, wenn das Bodyweight Training mit einem funktionellen Krafttraining mit Gewichten ergänzt wird.

Hier erzielen meine Klienten seit vielen Jahren beste Ergebnisse mit meinem Kettlebell-System und dem DVRT-System.

Einer der bekanntesten Allroundathleten – bezogen auf Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination – war Bruce Lee.

Brust und Bizeps  waren bei ihm nicht imposant, höchstens sein niedriger Körperfettanteil. Aber die Kraft und Schnelligkeit, die dieser Körper pro Kilogramm Körpergewicht erzeugen konnte, war wirklich unglaublich.

Er hat intensiv viel mit dem eigenen Körpergewicht trainiert und zusätzlich viel mit verschiedensten Trainingsmitteln experimentiert.

Demnächst werde ich ein paar gute Alternativen zu einigen der gängisten Fitnessstudioübungen vorstellen. Sie machen meistens nicht nur mehr Spaß, sondern trainieren zusätzlich das funktionelle Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln im Körper und somit neben der Optik auch die Athletik.

Natürlich lassen sich die Übungsalternativen auch im Fitnessstudio durchführen. Wenn du diese Übungen noch nicht probiert hast, wirst du schnell von der Effektivität überzeugt sein.

 

Wenn du einen Körper möchtest, der noch athletischer ist als er aussieht, aber unsicher bist, welches Trainingskonzept für dich am besten passt, dann buche dir hier ein kostenfreies Beratungsgespräch:

JETZT BERATUNGSGESPRÄCH BUCHEN

Das 7-min-Rückenprogramm

Heute habe ich ein nachträgliches Ostergeschenk für Sie: ein kurzes Rückenprogramm zur Vorbeugung oder Linderung von Rückenbeschwerden, die u. a. durch die ganze Sitzerei im Alltag verursacht werden.

In meinem 45-min-Videokurs gegen Nackenverspannungen (siehe www.nackenverspannungen.com) hatte ich schon darüber gesprochen, dass ich auch mal einen kleinen Rückenkurs erstellen wollte.

Doch nun ist mir meine Kollegin Tina Steinbach aus der Physiotherapie zuvor gekommen und bietet ihr Programm auch noch kostenlos an.

Es enthält die wesentlichen Übungen, die auch ich jahrelang mit guten Erfolgen in der Rehabilitation von Rückenpatienten eingesetzt habe.

Hier können Sie es rechts im Kasten bestellen (25 min-Anleitungs-Video & schriftliche Anleitung): www.peomedic.de


Nahezu jeder Rückenpatient, der neu zu mir in die Reha kam, musste u. a. zunächst diese Übungen durchführen und beherrschen, um sich für weitere, aufbauende Übungen zu qualifizieren.

Die meisten Untrainierten und Rückenpatienten, die mir begegnen, haben zwei Defizite gemeinsam: Die mangelnde Fähigkeit, Körperspannung aufzubauen und auch unter kontrollierten Bewegungen aufrecht erhalten zu können sowie mangelndes Koordinationsvermögen bei grundlegenden Bewegungsmustern.

Das 7-min-Rückenprogramm lässt sich leicht in den Alltag integrieren, kann Rückenbeschwerden vorbeugen und diese lindern.

Wenn es nichts für Sie ist, kennen Sie vielleicht aber jemanden, dem Sie mit diesem Tipp ein nachträgliches Ostergeschenk und eine kleine Freude bereiten können. Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Anmerkung: Wie ich weiß sind einige meiner Leserinnen und Leser an Paleo-/Steinzeit-Ernährung und der damit einhergehenden vorbeugenden und therapeutischen Auswirkung für viele Krankheits- und Beschwerdebilder interessiert. Wenn Sie sich für das Rückenprogramm anmelden, erhalten Sie entsprechende Informationen vom Profi per Newsletter.