Aufstehen, Hochziehen, Balancieren

Im dritten Teil der kleinen Serie über fundamentale Bewegungsmuster, die wir als Baby und Kleinkind entwickelt, später aber häufig wieder verlernt haben, geht es um die nächsten großen Schritte nach dem Krabbeln (siehe letzter Artikel).

Diese sind das Hochziehen an Gegenständen bis in den Stand mit dem Übergang zum freien Stehen.

Das Hochziehen oder Ziehen allgemein ist ein grundlegendes Bewegungsmuster, welches entsprechende Stabilität in den Schultergelenken und Kraft im Oberkörper entwickelt und erfordert. Bei Naturvölkern kann man sehen wie wichtig das Ziehen ist. Sie müssen z. B. Tiernahrung oder Material für Unterkünfte ziehen oder auf Bäume oder Felsen klettern, um Nahrung oder Schutz zu finden.

Wie Sie Ihre Zugleistungen von Null auf verbessern und bis hin zu Klimmzügen im zweistelligen Wiederholungsbereich auftrainieren können, habe ich bereits mit Dominik Feischl sehr detailliert in unserem Klimmzugprogramm beschrieben.

Siehe: www.klimmzuege-trainieren.com (roten Link anklicken)

Das Stehen und spätere Gehen erfordert einiges an Gleichgewicht. Gleichgewicht hingegen kann nur hergestellt werden, wenn der Körper entsprechend stabilisiert werden kann. Hierzu gehört neben einer gewissen Rumpfspannung auch die aktive Spannung zur Gelenkstabilisation.

Das Gleichgewicht zu verbessern würde ich entweder spielerisch in den Alltag einbauen oder im Rahmen des Unterkörperkrafttrainings. Machen Sie es den Kindern nach: Balancieren Sie zwischendurch oder bei Spaziergängen wo immer sich die Möglichkeit dazu bietet: z. B. auf Bordsteinkanten (zunächst vielleicht nur in verkehrsberuhigten Zonen), Mauern, Baumstämmen, Balken, über Steine und später vielleicht auch auch Geländern.

Beim Unterkörperkrafttraining lassen sich viele Übungen in Schrittstellung oder einbeinig ausführen. Barfuß oder in Socken ausgeführt bringt es die besten Effekte und kann ein flaches (schwaches) Fußgewölbe wieder aufrichten.

In zwei älteren Artikeln habe ich bereits Möglichkeiten dargestellt, um das natürliche freie Bewegen spielerisch in der Natur oder einem “modernen” Fitnessstudio zu fördern und wiederzuerlernen. Beachten Sie dabei vor allem die Zug- und Gleichgewichtsübungen, um Anregungen zu bekommen.

Klicken Sie zum Ansehen einfach auf die roten Links.

Freies Training in einem “modernen” Fitnessstudio

Freies Training in der Natur

Fundamentale Bewegungsmuster – Krabbeln

Wenn Kinder gelernt haben sich auf den Bauch und wieder zurück auf den Rücken zu drehen (rollen, siehe letzter Artikel), entdecken Sie schon bald, dass sie in Bauchlage über das Heranziehen der Ellenbogen unter den Körper kriechen können (schönes Latissimustraining).

Ziehendes Kriechen mit den Armen, also ohne den helfenden Einsatz der Beine, wird u. a. als Trainingsübung bei Militäreinheiten und Kampfsportlern oder Teilweise auch im Training anderer Sportarten eingesetzt.

Die nächste Stufe in der Entwicklung des Babys ist das Krabbeln auf Knien und Händen, wodurch die Fortbewegungsgeschwindigkeit deutlich erhöht werden kann.

Ein weiterer Schwierigkeitsgrad, welcher im Tierreich Standard ist, aber von Babys häufig übersprungen wird, ist das Krabbeln/Gehen auf Händen und Füßen (ohne, dass die Knie den Boden berühren). Wie mir eine junge Mutter allerdings berichtet hat, wird dieser Schritt oft deshalb übersprungen, weil Eltern ihre Babys weniger auf harten Böden Krabbeln lassen. Würden sie dies tun, dann finden die Babys bald selbst heraus, dass es angenehmer ist, die Knie anzuheben.

Krabbeln lässt sich sehr gut im Fitnesstraining einsetzen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass der Bewegungsmangel dazu geführt hat, dass sehr viele Menschen große Schwierigkeiten mit der Umsetzung haben (bezogen auf die Koordination, die Stabilität und die Kraft).

Deshalb ist der Einstieg ins “Krabbeltraining” zunächst über das Krabbeln auf Knien und Händen zu empfehlen, um sich das grundlegende diagonale Bewegungsmuster des Kreuzganges auf allen Vieren wieder anzueignen. Dabei bewegen sich das rechte Bein und der linke Arm zusammen vorwärts und umgekehrt.

Wird das problemlos vorwärts und rückwärts beherrscht, sind Sie bereit für die nächste Stufe: das Krabbeln auf Händen und Füßen.

Beim Krabbeln sind v. a. vier Punkte entscheidend:

1. die Finger zeigen nach vorne

2. die Schultern sind hinten unten

3. der Oberkörper sollte etwa parallel zum Boden bleiben (Po runter)

4. das Becken bleibt parallel zum Boden (Nicht beim Krabbeln mit dem Hintern wackeln! Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Panther sind und keine Ente!)

Viele werden schnell feststellen, wie ungewohnt, schwer und anstrengend das ist. Nun wissen Sie aber auch, welche Kraft (-ausdauer) viele Tiere tatsächlich haben.

Krabbeln ist eine tolle Fitnessübung für die Kraftausdauer im Oberkörper.

Einige Physio- und Sporttherapeuten aus den USA bauen in letzter Zeit wieder vermehrt das Krabbeln in die Rehabilitation und das Athletiktraining mit ein, da es eine gute Rumpfstabilität bewirkt und eine tolle Übung für die Rotatorenmanschette (Muskelgruppe an der Schulter) zur Stabilisation der Schultern darstellt.

Neben den ganzen stabilisierenden und ziehenden Übungen, die die Arbeit der Rotatorenmanschette verbessern, stellt das Krabbeln eine gute Übung dar, weil dabei der Oberarmkopf schön nach hinten gedrückt und in der kleinen Gelenkpfanne zentriert wird.

Im Fitnesstraining können Sie das Krabbeln ins Aufwärmen oder als Kraftausdauerübung am Ende des Trainings einbauen.

Sie können auf Strecke krabbeln, z. B. 20, 50 oder gar 100 m und dies mehrmals wiederholen oder in Zeitintervallen, z. B. mehrmals 20, 30 oder 40 s lang mit Pausenzeiten, die je nach Fitnessstand doppelt, genau so oder nur halb so lange dauern.

Hier ist noch mal eine anschauliche Erklärung:

Das Krabbeln auf einem Balken o. ä. stellt eine weitere tolle Steigerung für die Schulterstabilität (Rotatorenmanschette) und Rotationsstabilität im Rumpf dar.

Siehe folgendes Video bei 00:39 min:

Fundamentale Bewegungsmuster – Rollen/Rolling

Ausgehend von meinem letzten Artikel möchte ich ein paar grundlegende Bewegungsmuster vorstellen, die wir in unserer Entwicklung als Mensch durchlaufen und auch gut in das eigene Fitnesstraining einfließen lassen können.

Das Rollen (Rolling) wird z. B. besonders im Bereich der korrigierenden Übungen eingesetzt, um die Rumpfstabilität, v. a. im Bereich der (Anti-) Rotation, zu verbessern.

Dabei handelt es sich nicht um das turnerische Rollen oder Purzelbäume, sondern um das Rollen des Körpers um die Längsachse (seitliches Rollen).

Wie im letzten Feldenkrais-Video anhand des Babys gezeigt, geht es vor allem darum, aus dem Bewegen der Arme und/oder Beine heraus den übrigen Teil des Körpers folgen zu lassen.

Das unten stehende Video zeigt drei verschiedene Varianten, wobei es natürlich noch weitere und schwierigere gibt.

Ein korrekt durchgeführter Turkish Get-up (Türkisches Aufstehen) mit einer Kettlebell, Hantel oder einem Sandbag beinhaltet z. B. beim Aufnehmen des Gewichts die Rollbewegung gegen einen Widerstand.

Gerne kannst du deine Rotationsstabilität im Rumpf kurz testen:

Im Vierfüßerstand (“Bankstellung”) sollten die Hände im Lot unter den Schultern und die Knie unter den Hüften stehen. Die Fußspitzen sind aufgestellt. Aus dieser Position heraus streckst du auf der selben Seite (nicht diagonal!) den Arm und das Bein aus und führen dann kontrolliert Ellenbogen und Knie unter dem Körper zusammen und wieder auseinander.

Wenn du das ohne zu wackeln kannst, hast du sehr wahrscheinlich eine gute Rotationsstabilität im Rumpf. Wenn nicht, weißt du nun, wie und woran du arbeiten kannst(z. B. im Rahmen des Aufwärmens vor jedem Training).

 

Wenn du ein individuelles Fitness- und Gesundheitskonzept erhalten möchtest, das du in deinem Alltag dauerhaft umsetzen kannst, dann buche hier einen kostenlosen Beratungstermin.

 

Fundamentale Bewegungsmuster für ein besseres Körpergefühl

“Was soll ich machen, um mich schnell in meinem Körper wesentlich besser zu fühlen?” Dies ist eine Frage, die in verschiedenen Varianten häufig gestellt wird.

Dabei geht es zunächst meist weniger um das Erreichen eines Covermodel-Körpers, welcher für einen gesunden, leistungsfähigen Körper auch überhaupt nicht nötig ist. Vielmehr geht es den Fragenden darum, sich einfach wieder wohler in ihrer Haut zu fühlen.

Hierzu können Wünsche wie mehr Beweglichkeit, Stabilität, Kraft, Ausdauer, Agilität, ein Gefühl der Leichtigkeit bei sämtlichen Bewegungen oder ganz allgemein ein engerer Bezug zum eigenen Körper durch ein verbessertes Körpergefühl oder eine verbesserte Körperwahrnehmung zählen.

Neben der Ernährung, die neben vielen weiteren Funktionen u.a. dabei helfen kann, das Immunsystem zu verbessern, Entzündungen, Schmerzen  und Allergien zu reduzieren, den Stoffwechsel und die Verdauung zu verbessern, Gewicht zu reduzieren und somit die Gelenke und den ganzen Organismus zu entlasten, viele Organfunktionen zu verbessern, den Blutdruck zu senken, den Körper zu entgiften, mehr Energie zu haben, das Hautbild und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern, spielt natürlich auch die Bewegung eine große Rolle.

Im Bereich der körperlichen Aktivität gibt es unzählige Möglichkeiten. Von Schmetterlinge fangen, über Individualsportarten bis hin zu Mannschaftssportarten und Gruppentrainings.

Wenn du dich in deinem Körper wohler fühlen willst, hast du aus meiner Erfahrung heraus die schnellsten Erfolge, wenn du v.a. grundlegende (fundamentale) Bewegungsmuster ausführst bzw. dir diese wieder aneignest.

 

Tanzen, Kampfkünste, Turnen, Leichtathletik und funktionelles Gymnastik-, Fitness- oder Athletiktraining fallen mir hier als erstes ein, wobei bei vielen Tänzen die Kraftkomponente fehlt.

In allen genannten Bereichen können die fünf grundlegenden motorischen Hauptbeanspruchungsformen trainiert werden, die die Sportmedizin wie folgt definiert: Beweglichkeit, Koordination, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit.

Hanteln zu heben oder sich an Trainingsgeräte zu setzen wäre ein Einstieg oder kann als Teilaspekt in Ordnung sein. Zusätzlich sollten jedoch viele Übungen aus dem Bereich des Bodyweight Trainings (Training mit dem eigenen Körpergewicht oder Teilen davon) ergänzt und sämtliche Bewegungsebenen und -richtungen abgedeckt werden.

Eine Faustregel könnte lauten: Je mehr du dich im dreidimensionalen Raum frei oder auch mit Zusatzgewicht bewegst, desto besser.

Deshalb baue ich in meinen Gruppentrainings immer Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, der (Rumpf-) Stabilität, der Kraft, der Schnelligkeit/Explosivität und der Ausdauer ein. Wir bewegen uns in alle Richtungen, laufen, springen, hüpfen, stoppen, klettern, krabbeln, ziehen, drücken, beugen, strecken und führen Drehbewegungen aus.

Das macht nicht nur sehr viel Spaß und ist extrem abwechslungsreich, sondern verbessert schon nach kurzer Zeit deutlich das Körpergefühl und alle motorischen Hauptbeanspruchungsformen. Die dadurch erzielte Fitness und die Veränderung der Körperzusammensetzung/-kontur geschieht dadurch eher nebenbei.

Für mehr Hinweise zur Körperertüchtigung könntest du dich an unserem natürlichen Entwicklungsschema orientieren. Babys kommen mit einer guten Beweglichkeit zur Welt, entwickeln dann mehr und mehr Rumpfstabilität und bauen aus einem stabilen Rumpf heraus weitere Fertigkeiten aus.

Hierzu zählen das Rollen, Kriechen, Krabbeln, sich an Gegenständen bis zum Stand hochziehen, Stehen, Balancieren/Gehen und später Kniebeugen und Kreuzheben.

Die ersten vier Stufen sind in folgendem Video schön dargestellt. Eine praktische Anwendung im eigenen Fitnesstraining stelle ich in Kürze vor.

 

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Für gute Laune zwischendurch…

Herrlich, wenn sich Menschen selbst nicht zu ernst nehmen. Wer über sich selbst lachen kann, hat ein leichteres, entspannteres und schöneres Leben. Diese Bodybuilder hatten sicher einen Heidenspaß beim Dreh der Videos. 😀





Low Carb, High Fat aus wissenschaftlicher Sicht

Viele Menschen, vor allem Fachleute, die es in der Ausbildung oder im Studium anders gelernt haben, sträuben sich häufig, die aktuellen Ernährungserkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis anzunehmen. Denn wenn diese stimmen würden, dann wären die Teilnehmer ja in der Ausbildung und im Studium falsch ausgebildet worden.

Das kann jedoch durchaus vorkommen, wie ich von meinem Studium und vom Studium der Humanmedizin weiß. Wer hier Recht hat ist mir relativ gleichgültig, denn allein die Ergebnisse zählen.

Meine Klienten können prima Körperfett reduzieren, fühlen sich wesentlich besser und haben äußerst gute Blutwerte, v. a. was den Fett- und Zuckerstoffwechsel angeht. Medikamente können nach gewisser Zeit reduziert oder ganz weggelassen werden. Die erheblich verbesserte Fitness ist selbstverständlich.

Aus diesem Grunde bleibe ich bei den Empfehlungen, die hier im Blog zu finden sind.

Es läuft also wieder einmal auf den “Gelehrigkeitsindex” (“Teachabilityindex”) zurück, den ich hier schon einmal beschrieben habe (roten Link anklicken).

Inwiefern sind Sie bereit, Ihre Einstellung, Ihre Meinung und Ihr Verhalten zu ändern, um bessere Ergebnisse zu erzielen und Ihre Ziele und Träume zu erreichen? Davon hängt eigentlich alles ab.

Wer weiter macht wie bisher und dabei hofft andere Ergebnisse zu bekommen, kann als naiver Mensch betrachtet werden. Alber Einstein hat dieses Verhalten einmal als “Wahnsinn” bzw. “Irrsinn” definiert.

Früher war die Wissenschaft auch der festen Ansicht, dass sich die Sonne um die Erde dreht und alles andere wäre Blasphemie. Änderungen können häufig Fortschritt bedeuten, deshalb sollte man nicht immer zu sehr an alten Meinungen und Verhaltensweisen festhalten.

Für alle, die es gerne etwas wissenschaftlicher, aber dennoch gut verständlich haben möchten, kann ich den folgenden 45 Minuten langen Vortrag “The Food (R)Evolution” vom “Ancestral Health Symposium 2011” in Los Angeles empfehlen:

Ansonsten gibt es unter diesem Link noch viele weitere Informationen: http://www.dietdoctor.com

Ein einfacher Wegweiser zur modernen Steinzeiternährung

Nach den vielen interessierten Kommentaren und Rückmeldungen zum letzten Artikel über Steinzeiternährung in der Moderne, habe ich auf Facebook dieses sehr praktische Flussdiagramm gefunden, das die ganze Sache zwar etwas zu sehr simplifiziert, aber vielleicht gerade deshalb so anschaulich macht 🙂 (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Praktische Informationen zur Steinzeiternährung

Es ist anstrengend, immer wieder von Menschen auf das Thema Ernährung angesprochen zu werden, wenn bereits nach zwei bis drei Sätzen klar wird, dass die fragende Person ihr Verhalten nicht ändern, sondern lediglich eine Bestätigung zur Gewissensberuhigung bekommen möchte, dass der Schrott, den sie regelmäßig isst, so weiterkonsumiert werden kann.

Im Klartext: Wer glaubt, dass irgendwelche anderen Umstände, die man nicht selbst beeinflussen kann, schuld am eigenen Erscheinungsbild oder der Gesundheit wären, möge mich bitte nicht mehr fragen.

Ernährung kann ganz simpel sein.

Beispiel: Die Bewegung der Steinzeit-/Paläo-/Paleo-Ernährung schwappt immer mehr nach Deutschland über und findet zunehmend begeisterte Anhänger.

Im Internet finden sich immer mehr Seiten und Blogs, in denen die Anwender über das Thema informieren und von ihren zahlreichen gesundheitlichen Erfolgen bei sämtlichen Zivilisationserkrankungen und Alltagsbeschwerden berichten.

Auch die Wissenschaft stützt die medizinische Wirkung der Steinzeitkost durch unzählige Untersuchungen.

Dabei werden vor allem folgende Nahrungsmittel konsumiert: Wasser, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Fisch, Fleisch und Eier.

(Weitestgehend) verzichtet wird dabei in der Regel vor allem auf verarbeitete Lebensmittel, Getreideprodukte, Zucker und Hülsenfrüchte sowie auf Kuhmilchprodukte.

Das ist prinzipiell schon alles – ziemlich simpel und unerhört effektiv!

Hier ist ein kleiner Wegweiser durch diverse deutschsprachige Internetseiten zum Thema zu finden:

http://paleosophie.de/blog/2011/09/paleo-auf-deutsch-der-deutsche-paleo-blog-wegweiser

Ich selbst ernähre mich seit zwei Jahren zum Großteil nach diesen Prinzipien und kann es nur empfehlen.

“Nie wieder Brot oder Nudeln?”, höre ich schon die ersten Stimmen. Habe ich das irgendwo geschrieben? Nein. Ich habe lediglich informiert, welche Prinzipien dieser Ernährungsform zu Grunde liegen und dass ich selbst zum Großteil danach lebe. Das muss natürlich keiner nachmachen.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Gesundheit, Ihrem Wohlbefinden und Ihrem Körper? Falls nicht, wie hoch ist Ihre Bereitschaft, für Ihre Ziele und Träume Veränderungen in Kauf zu nehmen? Dies könnte ein möglicher Lösungsansatz sein.

Wundern Sie sich aber nicht, wenn es Ihnen bereits nach wenigen Wochen der Anwendung besser geht, Ihr Hautbild besser wird, die Pfunde purzeln, Allergien nachlassen und Ihre Medikamentendosis verringert werden kann (falls Sie welche nehmen).

Functional Training ist kein Zirkustraining

Obwohl die Prinzipien des funktionellen Trainings schon seit vielen Jahren in der Rehabilitation und im Leistungssport eingesetzt werden, erhalten sie erst seit wenigen Jahren immer mehr Einzug in die Fitnessszene.

Leider werden die Inhalte von vielen Menschen entweder belächelt oder falsch verstanden.

Grundsätzlich sollte man zuerst versuchen, wieder beweglicher zu werden und sich überhaupt besser bewegen zu können.

Dazu gehört u. a. das Wiederlangen eines guten Körpergefühls und eine verbesserte Koordination. Letzteres bezeichnet die Fähigkeit, dass Muskelfasern innerhalb eines Muskels sowie verschiedene Muskeln untereinander besser während einer gezielten Bewegung zusammenarbeiten können.

Der Grund dafür, dass führende Vertreter des “Functional Trainings” (z. B. Gray Cook, Paul Chek oder Mike Boyle)  zunächst viel Wert auf vermeintlich simple Übungen legen, die auf den ersten Blick wenig mit klassischem Krafttraining zu tun haben, liegt darin, dass die meisten Menschen durch den heutigen bewegungsarmen Lebensstil unglaublich schlechte körperliche Voraussetzungen für das eigentliche Haupttraining aufweisen.

Ein direkter Einstieg in das eigentliche Haupttraining würde in der Regel mit einem größeren Überlastungs- und Verletzungsrisiko einhergehen.

Wer sich jedoch die Athleten anschaut, die diese Anfangsstufen durchlaufen haben, der sieht, dass das eigentliche Ziel nicht irgendwelche Koordinationsübungen mit leichten Gewichten sind, sondern je nach Zielsetzung durchaus schwere Grundübungen mit hohen Wiederständen sein können.

Funktionelles Training bedeutet also nicht, dass viel auf Wackelbrettern oder großen Gymnastikbällen trainiert wird, sondern eher, dass der Körper überhaupt wieder auf gesundem Weg trainierbar gemacht wird.

Functional Training hat nichts mit Zirkustricks und leichten Gewichten zu tun. (Bild aus femaleathletesfirst.com)

Tsatsouline schreibt dazu, dass die Functional Training Bewegung mit einem großen Ziel begann: Unsere von der Natur gegebenen, grundlegenden Bewegungsmuster wie Kniebeugen, Krabbeln usw. wieder herzustellen, die durch unseren Alltag sowie durch die Bodybuilding- und Maschinentrainingbewegung verlorengegangen sind.

Schauen Sie sich Kinder an: die machen sämtliche Bewegungen fast automatisch richtig oder erlernen den besten Weg sehr schnell. Wenn kleine Kinder am Arm oder an Reckstangen hin- und herschaukeln, haben sie instinktiv die Schulterblätter hinten unten am Rumpf fixiert. Heben sie schwere Gegenstände auf, ziehen sie weit das Gesäß nach hinten unten, spannen den Rumpf an und drücken sich aus den Beinen hoch.

Erwachsene heben eher aus dem Rücken und wissen meist nicht mehr, wie man die Schultern stabilisiert. Auch einfaches Krabbeln auf Händen und Füßen kann kaum noch jemand richtig, wie mir die Praxis immer wieder bestätigt. Entweder gibt es Probleme bei der Koordination der Bewegung selbst oder bei der Rumpfstabilisation. Oder nehmen wir die Übungen Frontstütz, Kreuzheben, Swing, Überkopfdrücken als Beispiel. Nur wenige können über mehrere Sekunden Dauer gleichzeitig die Knie strecken und Bauch und Po anspannen. Mindestens ein Bereich bleibt häufig schlaff.

Wer also nicht einmal über eine grundlegende Bewegungsfähigkeit, Beweglichkeit und Stabilität verfügt, sollte sich lieber noch nicht an weiterführende Trainingsformen heranwagen, solange die absoluten Basics noch nicht sitzen.

Dies betrifft die meisten Menschen. Unser Alltag ist diesbezüglich grausam – wenn wir nicht bewusst gegensteuern und uns unsere natürlichen und angeborenen Fähigkeiten zurückerobern.

Wenn es um eine verbesserte Leistungsfähigkeit geht oder darum eine zumindest ansatzweise ähnliche Fitness wie unsere Vorfahren zu bekommen, dann führt kaum ein Weg an hohen Wiederständen oder Körperspannungen vorbei.

Daher ist es auch schade, dass die effektiven Trainingsmethoden aus der glorreichen Zeit des dopingfreien Kraftsports (vor den 1960er Jahren) heutzutage häufig verpöhnt sind, weil man sich dadurch angeblich verletzen kann.

Stimmen jedoch die körperlichen Voraussetzungen im Sinne einer adäquaten Beweglichkeit, Stabilität und allgemeinen Bewegungsfähigkeit, dann bringen die klassischen Grundübungen mit weniger Zeitaufwand als herkömmliche Übungen bessere Trainingseffekte.

Wie viele Menschen sieht man denn z. B. in den Fitnessstudios, die die hocheffektiven Klassiker wie Kniebeugen, Kreuzheben, Dips, Klimmzüge oder Überkopfdrücken durchführen (geschweige denn mit guter Technik)? Stattdessen werden z. B. eher kleine Muskelgruppen wie die der Schultern mit allen möglichen Varianten des Kurzhantelhebens belastet.

Anstatt schwitzige Hände mit Magnesia zu präparieren, sind in den meisten Fitnessstudios nur Handschuhe erlaubt, die das Griffgefühl eher einschränken als zu verbessern.

Schaut man sich jedoch führende Vertreter der Functional Training-Bewegung an, dann wird schnell klar, auf was dieses Training den Menschen eigentlich vorbereiten kann. Gray Cook hat sehr viel Kraft und Ausdauer und liebt es, schwere Hanteln zu stemmen. Juan Carlos Santana schafft fast 400 lbs beim Bankdrücken. Paul Check hebt nicht nur riesige Gewichte beim Kreuzheben, sondern kann auch einarmige Klimmzüge auf jeder Seite durchführen.

Martin Rooney, der u. a. auch im Dezember in München tolle Vorträge und Workshops gehalten hat, begegnet dem oft übertriebenen oder falsch verstandenen “Functional Training-Wahn” mit Zirkusübungen und leichten Gewichten mit folgendem lustigen Video:

Fazit: Bei all den ganzen Zirkusübungen darf nicht vergessen werden, dass es eigentlich kein Problem sein sollte, z. B. das 1,5- bis 2-fache des eigenen Körpergewichts vom Boden anheben oder mehrere Klimmzüge durchführen zu können.

Ein schönes Ziel ist es auch, das eigene Körpergewicht über den Kopf drücken zu können, wie es Martin Rooney im Video erwähnt – ja so degeneriert sind wir bereits durch unseren Alltag geworden.

Ein anderes Beispiel ist die Übung Turkish Get-up, die nicht selten von hartgesottenen Kraftsportlern belächelt wird, weil da in der Regel so wenig Gewicht bewegt wird.

Das liegt daran, dass die meisten Menschen zunächst die Voraussetzungen für höhere Gewichte erfüllen müssen. Wer einmal mindestens die Hälfte oder zwei Drittel seines eigenen Körpergewichts mittels türkischem Aufstehen technisch sauber bewältigt hat, der weiß, welch grandiose Kraft- und Stabilitätsübung das für den ganzen Körper ist (und kann dann über die Lächler lächeln).

Fitnesstraining zur Verbesserung in der Hauptsportart

Wer eine spezielle Sportart betreibt und darin langfristig erfolgreich sein möchte, der kommt an einem begleitenden Fitnesstraining, auch Athletiktraining genannt, nicht herum.

Manche bezeichnen es als Ausgleichstraining, doch dieser Begriff verfehlt das Ziel. Bei einem begleitenden Training geht es nicht allein um den Ausgleich von einseitigen Belastungen, die durch die meisten Sportarten hervorgerufen werden.

Ein begleitendes Training kann vielmehr wesentlich dazu beitragen die Leistungsfähigkeit in der Hauptsportart zu verbessern.

Dafür muss man nicht einmal Leistungssportler sein. Im Freizeit- und Breitensport funktioniert das natürlich genauso.

Beispiele:

Keinen Muskelkater im Skiurlaub? -> Fitnesstraining

Weitere Abschläge beim Golf und eine hohe Konzentrationsfähigkeit auch nach dem 9. Loch? -> Fitnesstraining

Beim Tennis härter schlagen und explosiver spielen? -> Fitnesstraining

Schneller und leichter laufen bei weniger Trainingskilometern? -> Fitnesstraining

Im Fußball explosiver agieren können und beim Kopfballduell gewinnen? -> Fitnesstraining

Zu diesem Thema wurde kürzlich ein kleines Interview mit mir hier veröffentlicht (Link anklicken).